UGB

Kooperationen

Fairberaten.net Logo

Medienshop

Das Netzwerkbündnis Gesundheitsförderung (NGF)

Ein Kooperationsprojekt mit Fachkräften und Fachinstitutionen zur Sicherung einer neutralen, produktunabhängigen Gesundheitsberatung und -bildung in Deutschland.

Hier finden Sie Informationen zu den wichtigsten Punkten des Netzwerkbündnisses Gesundheitsförderung (NGF) und insbesondere zum Netzwerk Gesunde Ernährung (NGE). Wir haben versucht, die komplexen Zusammenhänge so zu beschreiben, dass diese für Sie nachvollziehbar und verständlich sind.
Sprechen Sie uns an, wenn Sie weitere Fragen haben!

 

1a. Ziel, Sinn und Zweck - Warum ein Netzwerkbündnis Gesundheitsförderung?

Das Netzwerkbündnis Gesundheitsförderung hat ein Ziel:
die Gesunderhaltung breiter Bevölkerungskreise.

Dieses Ziel zu erreichen, bedarf einer Gesundheitsförderung auf hohem Niveau.
Einer der wichtigen ethischen Grundsätze des Netzwerkes ist daher, Verbraucherinnen und Verbraucher „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu geben. Ein weiterer wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist die Selbstbestimmung und -verantwortung gegenüber der eigenen Gesundheit.  

Das Netzwerkbündnis Gesundheitsförderung wurde geschaffen, um neutralen, unabhängigen Fachkräften und Institutionen eine professionelle Plattform zu bieten. Es bietet den Rahmen für verschiedene themenbezogene Netzwerke. Hier wird das Netzwerk Gesunde Ernährung dargestellt, in dem Ernährungsberatungsfachkräfte aus unterschiedlichen Fachdisziplinen zusammenarbeiten, wie zum Beispiel: OecotrophologInnen, DiätassistentInnen, Köche und Köchinnen, PädagogInnen sowie Personen, die in verschiedenen Schwerpunktbereichen Ernährungsberatung und -bildung anbieten (z.B. in Verpflegungseinrichtungen, Kindergärten, Schulen, Gruppen zur Gewichtsreduktion, Einrichtungen der Erwachsenenbildung).

Zentrale Aufgabe der PartnerInnen des Netzwerkbündnisses Gesundheitsförderung ist es: 

  •  wissenschaftlich korrekte Informationen allgemein verständlich weiterzugeben
  • Empfehlungen für die jeweilige Zielgruppe nachvollziehbar zu begründen
  • und lösungsorientierte Handlungsoptionen anzubieten.

Liste empfehlenswerter Fachkräfte und -institutionen
Für Verbraucherinnen und Verbraucher führt das Netzwerkbündnis Gesundheitsförderung eine Liste empfehlenswerter Fachkräfte und -institutionen, die die folgenden Netzwerkanforderungen erfüllen:

  • neutral und unabhängig beraten (unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen, ohne Produktverkauf und ohne Werbung für Produkte),
  • lösungsorientiert beraten und Verhaltensmodifikationen begleiten können ,
  • Kompetenz nachweisen und überprüfen lassen (= Ergebniskompetenz) sowie sich konzeptbezogen fachlich wie methodisch regelmäßig fortbilden.

Gemeinsames Erscheinungsbild in den jeweiligen Netzwerken
– Corporate Design
Die PartnerInnen in den jeweiligen Netzwerken im Netzwerkbündnis Gesundheitsförderung nutzen ein gemeinsames Erscheinungsbild/Corporate Design für ihre Angebote und Dienstleistungen. Dieses in der Öffentlichkeit bekannt zu machen,      ist eine Aufgabe des Netzwerkbündnisses Gesundheitsförderung. Den PartnerInnen dient dieses Logo bzw. dieser Schriftzug zur Identifikation und professionellen Darstellung ihres Angebotes und den Verbraucherinnen und Verbrauchern als Garant eines neutralen, qualitätsgesicherten Angebotes. Transparenz schafft Vertrauen.

 


 

2. Was ist richtig? Was ist wichtig?
Warum ist neutrale und unabhängige Beratung und Bildung notwendig?

Wer als Fachkraft in der Gesundheitsförderung den Verbraucherschutz ernst nimmt, lehnt Sponsorengelder bei Interessenkollision grundsätzlich ab

Dass dies nicht selbstverständlich ist, zeigt die derzeitige Situation:

  • Namhafte Verbände und Fachinstitutionen kooperieren eng mit der Lobby der Ernährungs- und Pharmaindustrie – diese Verflechtung wird geschickt getarnt und ist für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht oder nur sehr schwer zu erkennen. 
  • Universitäre wissenschaftliche Forschung wird zunehmend von der Industrie finanziert
  • Wissenschaftliche Kongresse und Tagungen werden mit Industrieausstellungen gekoppelt; einzelne Vorträge haben eher „Werbecharakter“.
  • Kooperationen mit der Ernährungs- und Pharmaindustrie bringen Geld und fördern dadurch eine Interessenkollision zwischen neutraler Aufklärung und gezielter Lenkung zur Produktempfehlung oder zum -verkauf.

Das Netzwerk Gesunde Ernährung steht für Transparenz.

 


 

3. Wie wird „Gesundheitsförderung“ im Netzwerk definiert?

Gesundheit ist eine Ressource für das tägliche Leben, nicht Ziel des Lebens. Sie ist ein positives Konzept , welches soziale und persönliche Ressourcen gleichermaßen betont wie körperliche und psychische Fähigkeiten (nach Glossar Gesundheitsförderung der WHO, 1998). Demgegenüber wird Krankheit als Ungleichgewichtszustand definiert, das aus eigenen Ressourcen nicht mehr korrigiert werden kann.

Gesundheitsförderung ist ein Prozess, der es den Menschen erlaubt, ein individuell, sozial und ökonomisch produktives Leben zu führen. Sie zielt darauf hin, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie dadurch zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen.
Gesundheitsförderung ist ein komplexer sozialer und politischer Prozess; sie schließt Handlungen und Aktivitäten ein, die auf Stärkung der Kenntnisse und Fähigkeiten von Individuen gerichtet sind. Außerdem zielt sie darauf ab, soziale, ökonomische sowie Umweltbedingungen so zu verändern, dass diese positiv auf individuelle und öffentliche Gesundheit wirken.
Gesundheitsförderung ist der Prozess, Menschen zu befähigen, ihre Kontrolle über die Determinanten von Gesundheit zu erhöhen und dadurch ihre Gesundheit zu verbessern. Aktive Beteiligung (Partizipation) ist essentiell, um Gesundheitsförderungsaktivitäten zu erhalten (nach Glossar Gesundheitsförderung der WHO, 1998).

Im Netzwerkbündnis Gesundheitsförderung wurden die WHO-Ausführungen in Teilbereichen für den Alltagsgebrauch konkretisiert. Die Faktoren eines gesundheitsförderlichen Verhaltens werden dabei untergliedert in somatische und psychische Faktoren:

Somatische Faktoren

  • Genetische Faktoren, Alter, Geschlecht
  • Gesunde vollwertige Ernährung, hohe Nährstoffdichte
  • Gesunde natürliche Umwelt: Luft, Wasser, Boden, Licht etc.
  • Gesicherte geschaffene Umwelt: Kleidung, Unterkunft, Wärme, Schutz vor Gefahren
  • Angemessene körperliche Betätigung (Sport, Spiel, Arbeit)
  • Ausgleichende Entspannung
  • Genug Schlaf, genügend Zeiten der Ruhe, Erholung, Regeneration
  • Erfüllende Sexualität
  • Gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen

Psychische Faktoren

  • Geliebt sein und selbst lieben können:
    Lebenspartner, Kinder, Familie, Mitmenschen
    -
    Freundlichkeit, Kontaktfähigkeit, soziale Kompetenz
    -
     Intakte Beziehungen (z.B. ein Freundeskreis und gute Beziehungen zu Arbeitskollegen und zum Wohnumfeld)
     
  • Selbstbewusstsein:
    -
    Erfolg und Anerkennung: Bestätigung, Arbeitsklima, Kritik und Lob
    -
    Selbstachtung, Selbstvertrauen, Vertrauen in Selbstwirksamkeit
    -
     Sensible Selbstwahrnehmung, realistisches Selbstwertgefühl
     
  • Sicherheit, Gefühl der Geborgenheit, Religion bzw. Lebenssinn:
    -
    Mindest-Sicherheit, die Nahrung, die Kleidung, das Wohnen betreffend
    -
    Sicherheit der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse
    -
    Anforderung meistern, Lebensfreude und soziales Engagement
     
  • Bildung und Kultur:
    -
    angemessene Bildung, faire Bildungschancen, Kultur pflegen
    -
    Befähigen, Lernen lernen, Lernen mit Freude, lebenslanges Lernen
    -
    gesundheitsförderliches Handeln erlernen
     
  • Freiheit:
    -
    Gestaltungsmöglichkeiten für sich und andere, lohnende Ziele
    -
    Möglichkeiten zur Artikulation, Gedankenfreiheit, Redefreiheit
    -
    Berufs- und Partnerwahl, Kontakte
    -
    Kreativität: schöpferische Betätigung und Spiel
     
  • Verbundenheit:
    -
    zum Partner, zu Freunden und zu anderen Mitmenschen
    -
    Konfliktfähigkeit und Bereitschaft zur Versöhnung
    -
    Erlebnisse mit Erinnerungswert
     
  • Soziale Integration:
    -
    Rechte und Pflichten, Verantwortung für sich und andere
    -
    Selbstbestimmung, Unabhängigkeit
    -
    Produktives Miteinander in Berufs- und Arbeitswelt
    -
    Umfeld: Familie, Freunde, Gemeinde, Vereine, Kirche, etc.

Bis auf die „genetischen Faktoren, Alter und Geschlecht“ sind alle weiteren Faktoren mehr oder weniger stark beeinflussbar; d.h. hier können gesellschaftlich Verantwortliche und jede Einzelperson aktiv werden und handeln.

Die Förderung und Erhaltung der Gesundheit erfordert geringe finanzielle Mittel. Teuer ist dagegen der Versuch, Gesundheit „wiederherzustellen“, die sog. kurative oder Reparatur-Medizin.

Gesunde Ernährung basiert im Netzwerk auf den wissenschaftlich gesicherten Grundlagen der Vollwert-Ernährung (gemäß der Gießener Formel), wie sie auch in internationalen wissenschaftlichen Studien wie World Cancer Research Found (WCRF), Studien der WHO und der FAO dokumentiert ist. Zusätzlich werden die evidenzbasierten Leitlinien einschlägiger ernährungswissenschaftlicher, medizinischer und weiterer wissenschaftlicher Fachgesellschaften mit einbezogen. Des weiteren liegt die Definition der WHO zur Selbstbestimmung des Verbrauchers und die Gießener Erklärung zur Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung und Ernährungsbildung in Deutschland zu Grunde.

Der dargestellte Bereich Ernährung nimmt aufgrund der Spezialisierung der NetzwerkpartnerInnen zum aktuellen Zeitpunkt einen besonderen Stellenwert ein. Kommen zum Netzwerkbündnis Gesundheitsförderung weitere Fachbereiche hinzu, werden diese ebenfalls mit ihrem fachlichen Bezug dargestellt.