Großes Interesse in Paderborn:
erfolgreiche Fachtagung "Schule und Lebensqualiät - Konzepte für die Praxis"

Wie Kinder Gesundheit in der Schule lernen können

Ernährungsbildung kann Spaß machen

(aid/UGB) Gesundheitsförderung in der Schule kann und soll Spaß machen - das zeigte die Lehrerfachtagung "Schule und Lebensqualität - Konzepte für die Praxis" am 22. Oktober in Paderborn. Das große Interesse der über 300 Teilnehmer der nunmehr 4. Fachtagung für Lehrer wertet der Schirmherr der Tagung, NRW-Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg, als gutes Zeichen. Es zeigt, dass die gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen an Schulen zunehmend wichtiger wird. "Die negativen Folgen von Übergewicht für die Gesundheit der jungen Menschen, für ihr psychisches Wohlbefinden und für das Gesundheitswesen fordern unser Handeln" so Uhlenberg.
Gleich zu Beginn sprach allerdings Prof. Helmut Heseker von der Universität Paderborn den Lehrern aus der Seele: "Gesunde Ernährung ist nun mal schwer zu vermitteln. Ich soll jetzt gesund essen, damit es mir viel später besser geht." Die Verunsicherung seitens immer neuer Meldungen aus den Medien, welche Ernährungsweise oder Lebensmittel jetzt nun gerade gut oder schlecht seien, schlage sich natürlich auch bei Pädagogen nieder. Wichtig sind nach Heseker nach wie vor die zehn Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), also beispielsweise eine abwechslungsreiche und fettarme Lebensmittelauswahl oder mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. "Damit schafft man es nur leider nicht in die Zeitungen. Die interessieren sich mehr für widersprüchliche Aussagen von so genannten Experten", so Heseker weiter.

Prof. Barbara Methfessel von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg stellte klar, dass Ernährungsbildung mehr als nur Essen und Trinken umfasst: "Kompetenzen zu Ernährung und Essen sind die Grundlagen für eine Lebensführung, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit fördern."
In einer Vielzahl von Workshops konnten die Teilnehmer die konkrete Umsetzung in den Schulalltag erproben. So wurde ein kleiner Teil des Forschungsprojektes REVIS (Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung in Schulen) vorgestellt, das so genannte "SchmeXperimentieren". Hier setzen sich Schüler mit Lebensmitteln auseinander, entwickeln Fragen und Antworten zu wissenschaftlichen Hintergründen und schulen ihre sinnliche Wahrnehmung. Die Sinnesschulung "Knackig, saftig, bunt" von der Verbraucherzentrale zeigte, wie die Aufmerksamkeit und der Forscherdrang junger Schüler für das alltägliche Essen gewonnen werden kann. Die "Erlebniskiste Essen, Trinken & Co", gefüllt mit 85 Materialien. Für den Unterricht, wurde in einem weiteren Workshop vorgestellt. Der Inhalt verspricht Abwechslung im Schulalltag: CD-ROMs, Hörspielkassetten, Videos, Folienvorlagen, Spiele, Poster, Märchenhefte, Lehrer- und Schülerarbeitshefte, Sach- und Hintergrundinformationen für Lehrer und Eltern.

Aber nicht nur an die Schüler wurde gedacht. Thomas Männle vom Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e. V. (UGB) gab praxisnahe Tipps zur Stressbewältigung und zu aktivem Zeitmanagement. Denn so wie nur gesunde Kinder optimal lernen, können auch nur gesunde Lehrer optimal unterrichten.

Die nächste Lehrerfachtagung ist für den 25. März 2006 in Nürnberg geplant.


Downloadbereich:
(alle Dokumente im pdf-Format!)

Programm der Tagung
Vortragsfolien von Prof. Barbara Methfessel(farbig)
"Ernährungslehre kontra Essalltag? Neue Konzete der Ernährungserziehung"
Kurzfassung des Vortrags von Thomas Männle
"Schulalltag und Wohlbefinden - Strategien zur Stressbewältigung"
KLARO-Rap(Klasse2000)

Impressionen


Prof. Barbara Methfessel bei ihrem Vortrag
über neue Konzepte der Ernährungserziehung.


Thomas Duprée von Klasse2000 brachte mit seinem
CLARO-Rap Bewegung ins Audimax.


Ursula Plitzko von der Verbraucherzentrale NRW
moderierte die Veranstaltung.


Harry von Bargen sprach in Vertretung von NRW-Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg das Grußwort.


Großer Andrang herrschte bei der Eintragung für die
Workshops am Nachmittag.


Caterer Jörg Blankenstein bekochte die Teilnehmer
- trotz Gipsfuss.